Bühnenreif

Die Story

Das Schauspielensemble Bühnenreif aus Würselen – Broichweiden besteht nun seit über 19 Jahren und feierte im März 2008 sein 10jähriges Bühnenjubiläum auf den Brettern des „Lucia-Theaters“ in Broichweiden. Genügend Anlass, um einen Blick zurück zu werfen und die Geschichte der Bühnenreifen zu dokumentieren. Und wie es sich für ein echtes Bühnenensemble gehört, so ist es eine Geschichte in mehreren Akten.

Theater ist Bühnenreif
Theater ist Bühnenreif aus Würselen, Broichweiden. Probenwochenende im Februar 2015 in Nideggen. Es fehlen Andrea Kirsch und Verena Küppers.

Prolog: „Stage Divers“ oder „Bühnenreif“? (1997-1999)

Anfang 1997 gründete sich die HGG-Theater-AG „Bühnenreif“. Das Ensemble bestand im Kern aus Absolventen des Abiturjahrgangs 1996, welche im Literaturkurs des Heilig-Geist-Gymnasiums (HGG) ihre Begeisterung für das Schauspielen entdeckt haben.

In den ersten Monaten traf man sich als noch namenlose Arbeitsgemeinschaft. Als Probenheimat diente mal ein alter Pfarrsaal, mal die Räumlichkeiten am HGG und einmal sogar die Aula eines Seniorenheimes, welches man als den Ort der ersten Aufführung andachte. Man versuchte sich an verschiedenen Stücken (u.a. „Dr. Med. Hiob Prätorius“), die jedoch nie zur Aufführung kamen.

Anfang 1998 kam etwas mehr Bewegung in die Geschichte. Ein Teil der Gruppe nahm an den „Schultheatertagen“ des Stadttheaters Aachen teil. Dort hatte man die Möglichkeit, in mehreren Workshops hinter die Kulissen eines professionellen Theaters blicken und sogar auf einer professionellen Bühne aufführen zu können. Diese Chance nutzten die Mimen und gaben Ephraim Kishons „Es war die Lerche“ zum Besten, eine Persiflage auf Romeo & Julia, die zu den Klassikern der HGG-Literaturkurse zählt. Und selbst das gewohnt so kritische Publikum im Mörgens, wo die Aufführung stattfand, war begeistert.

Da dieses Stück auch im Rahmen des „Weidener Sommers“ 1998 zur Aufführung kommen sollte und das Ensemble damit stärker in die Öffentlichkeit geriet, musste nun auch ein Name für die Gruppe gefunden werden. Auf einer Probe wurde daher abgestimmt zwischen den Namen „Stage Divers“ und „Bühnenreif“ – das Ergebnis dieser Abstimmung ist bekannt. Unter neuem Namen führten die nun „Bühnenreifen“ neben „Es war die Lerche“ im Januar 1999 „Das Geld liegt auf der Bank“ auf.

Erster Akt: „Theater ist Bühnenreif.“ (1999-2001)

Im März des gleichen Jahres präsentierten die Mimen beim Frühlingsfest der Pfarre St. Lucia noch einmal „Es war die Lerche“ – das erste echte Engagement der noch jungen Truppe.

Nach dem überraschend großen Erfolg bei seinem ersten Broichweidener Gastspiel wurde das Engagement für das Frühlingsfest in St. Lucia verlängert. Im Jahre 2000 führte man „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“ auf, die bis dahin größte Produktion von Bühnenreif. Unter Einsatz von Pyrotechnik und einem Auftritt der Freiwilligen Feuerwehr Broichweiden wurden die Zuschauer eindrucksvoll gefesselt. Dies sprach sich sogar bis zum Lokalsender Antenne AC herum, der über Bühnenreif und das damalige Stück eine einstündige Radiosendung produzierte.

Nach erneuter Verlängerung des Engagements bereitete man sich bei „Bühnenreif“ auf die Spielzeit 2001 vor. Ein echter Rollentausch wurde mit „Liebling, ich bin da!“ auf die Bühne des „Lucia-Theaters“ gezaubert. Erstmals trat man in diesem Jahr auch unter dem neuen Namen „Theater ist Bühnenreif“ auf, was sich zudem in einem neuen Logo und auf der ersten eigenen Homepage niederschlug.

Zweiter Akt: „Musik ist Trumpf“ (2002-2007)

Im Jahre 2002 hielt dann die Musik erstmals Einzug bei Bühnenreif. Ausgestattet mit prunkvollen Kostümen aus dem Fundus des Stadttheaters Aachen sowie einem Pianisten brachten die Mimen eine eigene Mischung aus George Bernard Shaws „Pygmalion“ und dem davon abgeleiteten Musical „My Fair Lady“ auf die Bühne. Mit großem Erfolg, denn im November des gleichen Jahres wurde das Ensemble mit dem gleichen Stück für eine Benefiz-Veranstaltung der Stadt Würselen engagiert.

In den darauf folgenden Jahren verschwand die Musik bei „In der Klemme“ (2003) und „Keine Leiche ohne Lily“ (2004) wieder aus dem Programm, aber seit 2005 („Der Morgen danach“) ist die Musik ein fester Bestandteil jeder Bühnenreif-Produktion.

Bekannte Melodien, versehen mit neuen Texten werden von einem Pianisten begleitet und live gesungen in die Bühnenhandlung eingewoben. Dadurch entsteht eine ganz eigene Atmosphäre, welche Bühnenreif-Abende einzigartig macht. Dazu gehört auch der traditionelle Eröffnungs-Song, bei dem – angelehnt an das Opening der Muppet-Show – die Zuschauer durch das Ensemble allabendlich begrüßt werden. „Melodien für Broichweiden“ (2006) und „Deutschland sucht den SUPPEN-Star“ (2007) reihen sich nahtlos in diese Kategorie von Aufführungen ein.

Dritter Akt: „Eine bühnenreife Komödie“ (2008)

Für das zehnte Gastspiel in Broichweiden wollte Bühnenreif seinem Publikum etwas ganz besonderes bieten. Gründungsmitglied Pascal Seifert schrieb daher eine eigene Komödie für diesen Anlass, in dem die beliebtesten Rollen der vergangenen Jahre in einer völlig neuen Handlung miteinander kombiniert wurden. Neben Papst Albertus IV. gab es unter anderem ein Wiedersehen mit den Rollen aus „My Fair Lady“ (Eliza Doolittle, Mutter & Henry Higgins, Freddy Eynsfort-Hill).
Insgesamt wurden elf Rollen aus sechs verschiedenen Bühnenreif-Stücken in der neuen Handlung von „My Fair Hotel“ verbunden. Am 29. Februar 2008 feierte diese Komödie im „Lucia-Theater“ seine Welturaufführung. Die Resonanz war so groß, dass sich erstmals bereits 60 Minuten vor dem ersten Vorhang lange Schlangen an der Kasse bildeten. Zur Dernière vermeldete das „Lucia-Theater“ erstmals: Ausverkauft. Im gleichen Jahr wurde „My Fair Hotel“ ebenfalls im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100jährigen Bestehen des Heilig-Geist-Gymnasiums aufgeführt.

Vierter Akt: „Michael Jackson, ABBA und eine Rockband“ (2009-2012)

Nach dem Jubiläum begann die zweite Dekade für Bühnenreif. Das Thema Musik wird weiter intensiviert. Die „Gedächtnislücke“ (2009) endet in einem großen ABBA-Finale und bei der „Leiche im Schrank“ (2010) wird erstmals eine Choreographie auf die Bühne gezaubert: Unter Einsatz von Nebel und Schwarz-Licht tanzt das ganze Ensemble den „Thriller“-Dance aus dem Musikvideo von Michael Jackson. Zu „¡Viva la emancipación!“ (2011) erklingen vornehmlich spanische Rhythmen. Die heißblütige Atmosphäre sorgt für den ersten „bühnenreifen Unfall“: Ein Tisch auf der Bühne konnte sich während der Aufführung nicht mehr auf den Beinen halten.

Im Jahr 2012 folgt nun der bisherige musikalische Höhepunkt: Zum ersten Mal konnte man eine komplette Band für die musikalische Begleitung gewinnen. Die Aufführung von „Wo ist Bob?“ wird gemeinsam mit der HGG Lehrerband „Barber´s Daydream“ gestaltet.

Fünfter Akt: „Ein Traumschiff sorgt für Hüttenzauber“ (2013-2015)

Im fünften Akt steht das nächste Jubiläum ins Haus: Mit „Im Schneckenhaus geht’s rein und raus“ (2013) geht es in das fünfzehnte Bühnnenreife Jahr. Und wie es sich für ein Jubiläum gehört, darf Bühnenreif in diesem Jahr auch seinen mittlerweile 10.000sten Zuschauer begrüßen. Ein Jahr darauf lichtet man die Anker und macht sich mit „Bühnenreifs Traumschiff“ (2014) auf eine spannende und verwechslungsreiche Kreuzfahrt nach Bali. Und wie im Original im ZDF kommt es auch hier natürlich zu einem Happy-End inklusive Eisbombe und Wunderkerzen. Einmal auf den Urlaubsgeschmack gekommen verschlägt es Bühnenreif in die Berge. Bevor sich jedoch wahrer „Hüttenzauber“ (2015) entfalten kann, gilt es, ein Geflecht aus Lügen und Notlügen zu entwirren.

Weitere Akte werden folgen!

Zusammenfassend lässt sich folgendes festhalten: Bühnenreif ist ein Ensemble mit einer starken Bindung zum Heilig-Geist-Gymnasium. Jedes Mitglied hat diese Schule besucht, zudem wird man im organisatorischen Bereich tatkräftig von der Schulleitung und vom Verein der Freunde und Förderer unterstützt. Überdies stellt das HGG seit Jahren die feste Probenheimat des Ensembles dar – neben „AuerBONNs Keller“.