Kein Nachruf – Eine stehende Ovation

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Wilfried Bonn, einem Menschen, ohne den es „Theater ist Bühnenreif“ in dieser Form wohl nie gegeben hätte.

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Wilfried Bonn, einem Menschen, ohne den es „Theater ist Bühnenreif“ in dieser Form wohl nie gegeben hätte.
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Wilfried Bonn, einem Menschen, ohne den es „Theater ist Bühnenreif“ in dieser Form wohl nie gegeben hätte.
Wilfried war unser Lehrer, als wir noch zur Schule gingen. Später wurde er unser prägender Mitstreiter, unser Wegbegleiter und einer der Menschen, der „Bühnenreif“ mit aus der Taufe gehoben hat. Aus der gemeinsamen Freude am Theater entstand etwas, das uns über viele Jahre verbunden hat. 22 Jahre lang standen wir gemeinsam mit ihm auf der Bühne.
Nun hat sich für ihn der Vorhang viel zu früh und für immer geschlossen.
Doch für uns wird Wilfried auf den Brettern des Lucia Theaters lebendig bleiben. Wir werden ihn dort immer wieder vor uns sehen – in all den Figuren, denen er seine ganz eigene, unverwechselbare Art gegeben hat: als Alfred Doolittle in „My Fair Lady“, als Papst Albertus in „My Fair Hotel“, als Pater Lorenzo in „Romeo & Julia“ und in vielen weiteren Rollen, mit denen er unser Publikum und uns zum Lachen, Staunen und Nachdenken gebracht hat. Unvergessen bleiben seine Gesangseinlagen – und natürlich sein legendäres „Vür fahre met de Modder noh d’r Brand.“
Es sind diese Momente, diese Sätze, Gesten und Lieder, bei denen nicht nur wir, sondern auch weit über 10.000 Zuschauer, noch in vielen Jahren sagen werden: „Weißt du noch …?“
Aber unsere Erinnerungen an ihn gehören längst nicht nur der Bühne.
Sie gehören den unzähligen Proben und unseren gemeinsamen Probenwochenenden, den Ensemble-Ausflügen und all den Stunden, in denen es einmal nicht um Texte, Auftritte und den nächsten Vorhang ging. Sie gehören den vielen Geburtstagen und Hochzeiten, die wir miteinander gefeiert haben, und all den großen und kleinen gemeinsamen Momenten dazwischen.
Denn aus einer Theatergruppe ist über all die Jahre viel mehr geworden als ein Ensemble.
22 gemeinsame Jahre hinterlassen unzählige Geschichten und Erinnerungen. Und sie hinterlassen eine Lücke, die sich nicht schließen lässt.
Wir sind dankbar dafür, dass wir diesen langen Weg mit ihm gehen durften. Dankbar für das, was er uns schon als Lehrer mitgegeben hat. Dankbar dafür, dass er mit uns den Grundstein für Bühnenreif gelegt hat. Und vor allem dankbar für all die Jahre, in denen wir gemeinsam gespielt, geprobt, gesungen, gelacht, gefeiert und gelebt haben.
Der Vorhang ist gefallen. Aber in unseren Erinnerungen wird er für Wilfried immer wieder aufgehen. Und dort wird er stehen – auf den Brettern des Lucia Theaters, in seinen Rollen, mit seiner Stimme, seinem Humor und all den Geschichten, die uns mit ihm verbinden.
Wir werden dich vermissen.
Bühnenreif sagt Danke!
Deine Bühnenreifen